Viegener

027.7 Zeitschrift für Bibliothekskultur 1,2 (2013): Die Farbe des Katalogs, S. 74-80.

DOI: 10.12685/027.7-1-2-29

ISSN: 2296-0597

Die Schweizer Verbundlandschaft – ein Hemmnis für die Entwicklung der Bibliotheken?

Tobias Viegener

Abstract

Der Artikel beschreibt die Kataloggestaltung und die Metadatenqualität der Schweizer Bibliotheksverbünde auf universitärer und nationaler Ebene vor dem Hintergrund internationaler Trends in den Bereichen Standardisierung, Metadatenmanagement und Bibliotheksverwaltungssystem. Basierend auf der historischen Entwicklung des Schweizer Bibliothekswesens seit den 1990er Jahren wird vorgeschlagen, den durch mehrfache Datenhaltung entstehenden Verwaltungsoverhead zu verringern. Aus diesem Grund soll eine nationale, auf internationalen Standards fussende Metadatenbasis aufgebaut werden.

Referring to international trends concerning standardisation, metadata management and library administration tools, the article describes catalogue designs and the quality of metadata in university and national library networks in Switzerland. Based on the analysis of the historical growth of these networks since the 1990ies, the author suggests that administration overhead which is a consequence of the use of diverse data formats in different library networks must be reduced. It is therefore crucial to establish a new basis for metadata on a national level which follows international standards.

1. Einleitung

Der Artikel analysiert die Kataloggestaltung und die Metadatenqualität der Schweizer Bibliotheksverbünde auf universitärer und nationaler Ebene vor dem Hintergrund der Diskussion um die Ablösung der aktuell eingesetzten Bibliotheksverwaltungslösungen. Wie schon im Zuge der Diskussion über den Wechsel von Regelwerk, Format und Verwaltungssoftware vor etwas mehr als 20 Jahren ist heute der Zeitpunkt günstig, die bestehenden Strukturen der Schweizer Verbundlandschaft grundsätzlich zu überdenken.

Die Voraussetzungen sind auf mehreren Ebenen vergleichbar. So hat sich seit den 1960er Jahren am Grunddilemma der Medienverarbeitung in Bibliotheken nichts geändert: Die Menge der Medienzugänge ist mit dem bestehenden Personal nur beschränkt zu verarbeiten. Die Konzepte zur Bewältigung haben sich grundsätzlich nicht verändert, deren technologische Umsetzung aber durchaus. [1] Weiterhin bleiben Verbundkatalogisierung und Fremddatennutzung die Mittel der Wahl zur Schonung der lokal verfügbaren Personalressourcen im Bereich Metadatenerfassung. [2]

Blickt man auf die Verbund- und Bibliothekslandschaft der Schweiz, so waren die Veränderungen der letzten Jahre stets nur partikulär und regionenspezifisch, wie die kürzlich erfolgte Zusammenführung der beiden Zürcher Hochschulverbünde NEBIS und „IDS Universität Zürich“, die fortschreitende Integration von Schulbibliotheken im Westschweizer „Réseau Romand“ (RERO) sowie die Umschichtungen im Bereich der Fachhochschulbibliotheken zwischen verschiedenen Verbünden. An den grundlegenden Herausforderungen der Kleingliedrigkeit wurde jedoch nicht gearbeitet. Die Zeit ist überreif für eine breite Diskussion der grundlegenden Probleme der Schweizer Verbundlandschaft im Allgemeinen. [3] Wegen des Umfangs des Themas und seinen unterschiedlichen Facetten beschränkt sich dieser Artikel auf den Bereich der Metadatenorganisation, der mit vertretbarem Aufwand und hohem mittel- bis langfristigem Nutzen den Nukleus einer schrittweisen Neuordnung bilden kann. Durch einen weiteren Schritt bei der Zusammenarbeit für die Metadatenerfassung und -pflege lassen sich die bestehenden Synergien am leichtesten nutzen.

2. Aktuelle internationale Entwicklungen

Blickt man auf die aktuellen Entwicklungen im Bereich Metadatenorganisation in der internationalen Bibliothekslandschaft, so lassen sich drei Aktivitätsschwerpunkte vor dem Hintergrund zweier Konstanten feststellen.

Der erste dieser Aktivitätsschwerpunkte liegt im Bereich der Standards für Erfassung und Strukturierung bibliographischer Metadaten. Mit dem Umstieg erster Institutionen auf die Erfassungsrichtlinien „Rescource Description and Access“ (RDA) erreicht die Internationalisierung in diesem Bereich auch Deutschland, Österreich und Frankreich. In der Schweiz hat sich die Nationalbibliothek für die Einführung des Regelwerks entschieden und arbeitet aktiv an der Ausgestaltung der deutschsprachigen RDA mit. Kürzlich hat sich auch der „Informationsverbund Deutschschweiz“ (IDS) grundsätzlich für die Einführung der RDA und die Mitarbeit in den entsprechenden Gremien entschieden. Ausserdem spricht sich der Zentralvorstand der „Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemein öffentlichen Bibliotheken“ (SAB) für die Aufgabe der eigenen Katalogisierungsregeln „Arbeitstechnik für Schul- und Gemeindebibliotheken 7“ (AT7) zugunsten der RDA aus.

Ein zweiter Aktivitätsschwerpunkt liegt auf den Speicher- und Austauschformaten. Nachdem bis Mitte der 2000er-Jahre die meisten national gepflegten Formate zugunsten von MARC21 aufgegeben wurden, hat die Library of Congress über 40 Jahre nach der Entwicklung von MARC 2011 die Arbeit am MARC21-Nachfolgeformat „bibframe“ begonnen. [4] Allerdings ist mit einem längeren Ablösungsprozess zu rechnen. MARC21 bleibt während dieser Zeit sicher das Format der Wahl und bildet auch die aus RDA entstandenen Anforderungen ab.

Den dritten Aktivitätsschwerpunkt bildet die Ablösung der zweiten Generation von Bibliotheksverwaltungssystemen. Im Gegensatz zu den in den 1980ern konzipierten, integrierten Bibliothekssystemen, die Verwaltungssystem und Endbenutzeroberfläche als Einheit fassen, trennen die neuen Systeme der dritten Generation diese Module klar voneinander. Während die übrigen Module zur Unterstützung der internen Verwaltung weiter um den Metadatenpool konzentriert werden, sind Metadatenerfassung und -präsentation endgültig entkoppelt. Die Konzeption der neuen Systeme als Cloudservices ohne lokal betriebene Systeminstanz unterstreicht diese Entwicklung zusätzlich, indem der Systembetrieb aus den Bibliotheken verschwindet und damit die direkte Einflussnahme auf systemnahe Funktionalitäten zur Korrektur von Datenstrukturproblemen schwierig bis unmöglich wird. Dies verändert die Rolle der Katalogisierenden endgültig: weg von den direkten Kataloggestaltern hin zu den Metadatenspezialisten, die für die Konsistenz und Reichhaltigkeit der Metadaten geradestehen.

Eine nicht nur in Bibliotheken erfahrbare Konstante ist das Phänomen der Personalknappheit. Oder anders gesagt: die Menge an zu bewältigenden Aufgaben ist durch das bestehende Personal nicht zu leisten. Nach Boom-Jahren in den 1950ern und teilweise den 1960ern zieht das Gespenst der Personalknappheit zusammen mit den apokalyptischen Reitern der Rationalisierung, Synergien und Verzichtsplanung durch die Jahrzehnte. Vor allem im Bereich Metadatenerfassung und -pflege ist der Topos weit verbreitet, aber auch bei IT-Abteilungen nicht ganz unbekannt. Entsprechend hält sich das Mantra der Ressourcenschonung durch Arbeitsteilung.

Die zweite Konstante ist die Zusammenführung kleinerer Bibliothekskataloge zu immer grösseren nationalen oder internationalen Metadatenpools, begonnen mit der computergestützten Automatisierung in den späten 1960er Jahren und massiv gesteigert durch den Durchbruch des Internet ab Mitte der 1990er Jahre – heute am prägnantesten verkörpert durch WorldCat. Diese Datenkonzentration ist eng verknüpft mit dem Outsourcing des Betriebs von Bibliotheksverwaltungssystemen. Nachdem dies bis in die 1990er Jahre zu durch die Bibliotheken selbst betriebenen Systemen führte, besteht aktuell argumentativ ein massiver Sog hin zur Konzentration von Dienstleistungen bei externen Partnern kommerzieller Ausrichtung. [5]

So zeichnet sich in Deutschland eine interessante Entwicklung ab, indem sich die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) klar für die weitere Konzentration der bestehenden Verbundstruktur ausgesprochen hat und sich im Bereich der Metadatenorganisation auch schon einiges bewegt. [6] In Österreich stellt die „Österreichische Bibliothekenverbund und Service GmBH“ OBVSG für den Hochschulbereich bereits seit langem zentral Datenpool und Bibliotheksverwaltungssystem bereit und übernimmt weitere Verbunddienstleistungen.

In der Schweiz läuft ein nationales Vorprojekt der „Konferenz der Universitätsbibliotheken der Schweiz“ (KUB) zur Gemeinsamen Evaluation eines neuen Bibliotheksverwaltungssystems (GEMEVAL) – allerdings ohne die grundlegenden Prämissen der bestehenden Kataloglandschaft bislang überhaupt zu diskutieren. [7] Die sich durch dieses Projekt ergebende grosse Chance zur Lösung der strukturellen Schwächen der Schweizer Verbundlandschaft gilt es nicht zu verpassen.

3. Die Situation in der Schweiz

3.1 Voraussetzungen für die heutige Verbundlandschaft

Die Situation der Schweizer Bibliotheken und Verbünde heute ist in mehrfacher Hinsicht mit jener der letzten Systemablösung vor rund 20 Jahren vergleichbar. Die Weiterentwicklung der eng der „International Standard Book Description“ (ISBD) folgenden Schweizer Katalogisierungsregeln durch die „Vereinigung Schweizerischer Bibliothekare“ (VSB) wurde mit der zweiten Ausgabe 1992 eingestellt, und das Regelwerk veraltete zusehends. Ein Umstieg auf ein weiterverbreitetes, aktiv entwickeltes Regelwerk war angezeigt. Die bislang entweder in Eigenregie entwickelten oder „schlüsselfertig“ eingekauften Bibliotheksverwaltungssysteme der ersten Generation waren stark in die Jahre gekommen und die mit diesen Systemen verknüpften Datenformate und -strukturen erwiesen sich in unterschiedlich grossem Masse als Insellösungen. Ein fundamentaler Systemwechsel war unvermeidlich und nur eine Frage der Zeit.

Auf forschungs- und bibliothekspolitischer Ebene versuchte der Bund, über diverse Gremien und Programme regulativ in die bestehende System- und „Verbundlandschaft“ einzugreifen. Er war insofern erfolgreich, als in der Folge die Fundamente für die aktuelle Schweizer Verbundlandschaft gelegt wurden. Diese folgt einerseits mehrheitlich Sprachgrenzen und andererseits grösstenteils bereits bestehenden Anwendergruppen, Verbünden oder Verbundsystemen. [8] Als es Mitte der 1990er Jahre bei „ETHICS“ und den „SIBIL“-Anwendern konkret um die Ablösung der bestehenden Systeme ging, entschied sich der „SIBIL“-Anwender RERO im Alleingang für VTLS (mit USMARC), und die Nationalbibliothek zog nach. Die Deutschschweizer Bibliotheken entschieden sich für gemeinsame Regeln (KIDS), ein Format (IDSMARC) und wählten das Bibliotheksverwaltungssystem „Aleph“. Fragen zu einer zentraleren Struktur mit einem gemeinsamen Datenpool für die Suche wurden andiskutiert, da die Experten grundsätzlich die Vorteile der gemeinschaftlichen Katalogisierung im Gegensatz zur Fremddatennutzung gesehen haben. [9] Dennoch konnte weder bei Erfassungsregeln noch in Strukturfragen eine Einigung erzielt werden, was sowohl die Wahl unterschiedlicher Datenformate als auch die Ausgestaltung der Erfassungsregeln zeigen. [10]

Im Rückblick präsentieren sich die Ziele der kantonalen Institutionen zugespitzt wie folgt: Es gilt, die grösstmögliche Flexibilität bei der Organisation der eigenen Daten zu behalten, gleichzeitig lokale und regionale Eigenheiten zu erhalten sowie institutionell gewachsene Strukturen zu zementieren. Diese Ziele konnten durch die gemeinsame Evaluation und Anschaffung eines Systems, der Anpassung der „Anglo-American Cataloging Rules (2nd ed.)“ (AACR2) an die eigenen Bedürfnisse und die Schaffung eines USMARC-Derivates klar erreicht werden. In der Folge sank die Menge der eingesetzten Lokalsysteme, nicht aber die Zahl der zur Katalogisierung verwendeten Systeme: aus SIBIL und ETHICS wurden „Aleph“ und „VTLS/Virtua“.

3.2 Aktuelle Struktur der Verbundlandschaft

Heute ist die Schweiz im tertiären Bildungsbereich hinsichtlich Datenhaltung, Präsentation und Organisation stark fragmentiert und kleingliedrig: Elf getrennt geführte Bibliotheksverwaltungssysteme mit zwölf getrennten Datenpools repräsentieren in 18 (Teil-)Verbünden eine Vielzahl von Organisationseinheiten mit jeweils eigenen Suchoberflächen. [11] Neben diesen Verbünden existiert aber noch eine Vielzahl von Bibliotheken auf Kantons- und Gemeindeebene, die teilweise wiederum in Verbünden organisiert sind. Grundlegende Dienstleistungen wie die Bereitstellung von elektronischen Informationen, Ausleih- oder Fernleihsystemen müssen pro Verbund gelöst werden. Für verbundübergreifende, benutzerfreundliche Dienstleistungen sind die Bibliotheksverbünde entweder auf aufwändige technische Lösungen [12] oder auf schwer nachvollziehbare, organisatorische Abläufe [13] angewiesen. Das vom Bund finanzierte Projekt „e-lib.ch“ schaffte zwar nationale Suchmaschinen, Digitalisierungsplattformen und Portale [14], der Aufbau und Betrieb der Dienste sowie die Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmern wird aber durch die kleingliedrige Schweizer Organisationsstruktur nicht unterstützt.

Die lokal vorgehaltenen Metadaten sind grundsätzlich in MARC strukturiert, wobei die Entscheidungen für das Format zu einem grossen Teil durch die Möglichkeiten des jeweiligen Bibliothekverwaltungssystems bestimmt worden sind. Konkret sind dies also MARC21 und IDSMARC. [15] Die Regeln für die Erfassung orientieren sich unterschiedlich strikt an den AACR2, so dass mit einiger Berechtigung von drei Interpretationen der AARC2 gesprochen werden kann, die jeweils in einzelnen Bereichen mit Hausregeln angereichert werden. Zur Pflege dieser Regeln und der Formate bestehen in den Verbünden jeweils eigene Gremien; die Nationalbibliothek beteiligt sich an den internationalen Expertengruppen. Die durch die Verbünde pro Katalog geführten Autoritätsdateien unterliegen hinsichtlich Erfassung und Struktur den gleichen Bedingungen wie die Kataloge. Einzelne Ausnahmen wie die IDS-weit zentral vorgehaltenen Daten der „Gemeinsamen Normdatei“ bestätigen leider die Regel.

Die Nachteile liegen auf der Hand. Da aufgrund der ähnlichen Ausrichtung der verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen die Sammlungsgebiete der Bibliotheken vergleichbar sind, wird im Extremfall bei schweizweit angeschafften Medien für Erfassung und Ansetzung elfmal dieselbe Arbeit geleistet. Dies geht auf Kosten qualifizierter Arbeiten, wie die intellektuell betriebene Anreicherung von Katalogisaten, die tiefergehende formale Erfassung von Spezial- und Altbeständen oder die Pflege von Autoritätsdaten. Ausserdem gestaltet sich der Austausch von Metadaten unnötig aufwändig, da trotz maschineller Angleichungsroutinen praktisch jeder Datensatz hinsichtlich Format und Inhalt überprüft und manuell angepasst werden muss. Dadurch schwindet nicht nur die Arbeitsersparnis durch Fremddatennutzung rapide, es fehlt auch der Handlungsspielraum für die vorausschauende Auseinandersetzung mit neuen Entwicklungen. Dies zeigen die Erfahrungen mit der Aufnahme neuer Medientypen wie E-Books, die entgegen der Praxis bei Printbeständen in Paketen zu Tausenden beschafft werden und nach neuen Verarbeitungsstrategien verlangen. Aus Sicht der katalogführenden Institution ist die logische Konsequenz aus dieser Situation leider allzu oft die Verzichtsplanung. Dies betrifft Sach- und Formalerschliessung gleichermassen, was direkt Einfluss auf die Qualität der Metadaten hat: Zuerst lässt sich die Erfassung verschlanken, indem die Regelwerke für die Erfassung und Strukturierung von Metadaten vereinfacht werden. Meist wird dabei die Zahl der Informationselemente begrenzt und deren Strukturierung vereinfacht. Dazu gesellen sich unterschiedliche Richtlinien zur Begrenzung der inhaltlichen Erschliessung von Materialien. Verzichtsplanungen dieser Art werden oftmals durch den Funktionsumfang der aktuell eingesetzten Software in den Bereichen Suche und Darstellung bestimmt. Es entfallen Elemente, die nicht direkt genutzt oder angezeigt werden können – zum Beispiel kodierte Informationen oder nicht anzeigerelevante, inhaltsstrukturierende Felder. Weiter entlastet man die Erfassung durch automatisiertes Massenladen und maschinelle Bereinigung von Metadaten, was wegen Inkompatibilitäten bei den Erfassungsregeln mit Einschränkungen der Datenqualität einhergeht.

Im Rahmen des Systemwechsels vereinfachten die heutigen Bibliotheksverbünde Format und Regelwerk. [16] Um den personellen Aufwand von Bereinigungsarbeiten möglichst zu minimieren, wurde auf lokaler Ebene im eigenen Katalog in IT-gestützte Umgehungslösungen investiert. Dies versteckt die gröbsten Probleme vor den NutzerInnen, erhöht aber die Zahl der potentiellen Probleme für die Zukunft weiter. Bereinigungen werden noch aufwändiger und maschinelle Korrekturen der neu hinzugekommenen Probleme verunmöglicht. Die Konsequenzen werden mittlerweile offensichtlich – die Qualität der Metadaten fällt hinter die internationalen Standards zurück und lässt sich kaum noch korrigieren. Vernachlässigte Elemente wie sauber codierte Datumswerte, Sprachcodes oder Indikatoren zur Unterscheidung von Namensformen wären für neuere Suchsysteme zentral und können kaum maschinell ergänzt werden. Die lokalen Eigenheiten führen zu Inkompatibilitäten gegenüber internationalen Formaten und erschweren den Datentausch. Im Extremfall können Daten nur in verstümmelter Form weitergegeben werden, da Informationen zur genauen Auswertung von Strukturen fehlen, die im eigentlichen Standard zwar vorhanden waren, aber später wegrationalisiert wurden. [17] Das Ergebnis ist die schleichende Deformation von Daten mit oft irreparablen Schäden.

In der Konsequenz resultiert aus der anfänglichen Einsparung wegen aufwändiger Korrekturen ein beträchtlicher Mehraufwand. An dieser Stelle macht sich die Gliederung der Metadaten in lokalen Datenpools negativ bemerkbar, da bei Bereinigungen in keiner Weise effizient zusammengearbeitet werden kann. Jeder Verbund mit eigener Datenquelle muss die Probleme für sich lösen. Er kann vielleicht auf Daten anderer zurückgreifen, muss aber jeden Datensatz selbst mit Personal bearbeiten, das bereits mit dem Tagesgeschäft gut ausgelastet ist. Die Quintessenz: Bereinigungen und Anreicherungen bleiben jeweils Stückwerk ohne die nötige Nachhaltigkeit für die Qualität der Daten. Auf dieser Basis lassen sich konkurrenzfähige Dienstleistungen weder betreiben noch aufbauen.

4. Lösungsvorschlag

Die universitäre Informationsversorgungsinfrastruktur der Schweiz steht zwischen Skylla und Charybdis: Einerseits verunmöglichen die getrennten Datenpools eine effektive Zusammenarbeit bei der Metadatenerfassung und -korrektur, andererseits erschweren beziehungsweise verunmöglichen Vereinfachungen und Eigenheiten bei der Datenerfassung die Anbindung an internationale Datenquellen und Projekte. Auf nationaler Ebene führen die Inkonsistenzen einerseits zu technischen Umgehungslösungen wie Metasuchmaschinen oder zu für NutzerInnen intransparenten Minimallösungen. Gute Beispiele hierfür sind swissbib, der IDS-Kurier oder „bibliopass“, die aus der bestehenden Situation das Optimum herauszuholen suchen, die grundlegenden Probleme der stark fragmentierten Organisations- und Metadatenstruktur aber nur verdecken können. Andererseits scheitert eine weitere Zusammenarbeit in grösseren Projekten nicht zuletzt an Bedenken wegen zu hohen Aufwands aufgrund unterschiedlicher Erfassung und Datenstruktur und zu erwartender manueller Korrekturen. [18] Internationale Trends wie die Vereinheitlichung von Erfassungsstandards werden weiterhin nicht gemeinschaftlich angegangen, die aktuell geführten Projekte zum Umstieg auf die RDA führen dies klar vor Augen. Den internationalen Bestrebungen zur Zusammenführung von getrennt vorgehaltenen Metadaten in grösseren Einheiten wird nichts entgegengehalten.

Aktuell können die bestehenden Strukturen mit ihren Redundanzen in Erfassung und Datenvorhaltung dank weiterhin grundsätzlich guter finanzieller Lage weitergeführt werden. Da aber bereits mittelfristig mit einer Veränderung gerechnet werden kann, sind Korrekturen unerlässlich. Erst damit zu beginnen, wenn kein Weg mehr daran vorbeiführt, wird kaum zu Lösungen führen, die dem Selbstverständnis der Bibliotheken betreffend der Qualität ihrer Metadaten entsprechen: „Pour les bibliothèques, l’enjeu peut se résumer ainsi: il faut préserver la qualité et la spécificité des catalogues de bibliothèques (...)“ (Gavin 2002:18). Auch bei den nutzerorientierten Dienstleistungen besteht die Gefahr, ins Hintertreffen zu gelangen. Zwar arbeiten weiterhin alle Verbünde und Institutionen an Suchoberflächen, um ihre Bestände angemessen zu präsentieren. Die Sicht bleibt dabei aber immer auf die eigene Institution, den Verbund, die Sprachgruppe beschränkt und läuft damit den Interessen der universitären NutzerInnen zuwider, die längst übergreifender denken und handeln.

Mit Blick auf die bibliographischen Metadaten ist die Zusammenführung der bislang getrennt vorgehaltenen Datenbestände in einen gemeinsamen Datenpool längst überfällig. Das wiederum zieht die Erfassung nach einheitlichen Gesichtspunkten unter Aufgabe von Hausregeln, die Übernahme international verbreiteter Autoritäten zu Sach- und Formalerschliessung nach sich. Eine Anpassung der Regelwerke ohne die Zusammenführung der Daten löst allerdings keine Probleme, wie bereits die Entwicklung der letzten 15 Jahre gezeigt hat. Der Initialaufwand für den Aufbau eines gemeinsamen Metadatenpools ist sicher nicht zu unterschätzen, die daraus erwachsenden Vorteile für die Zukunft bezüglich Synergien und Dienstleistungsqualität wiegen dies aber auf. Koordinierte Bereinigung der Daten, Projekte zur weiteren Anreicherung, Einbindung externer Datenbestände müssen nicht mehr durch jeden Verbund organisiert werden, die Qualität und Breite der Suchdienste kann gesteigert werden. Nicht zu unterschätzen sind auch die Vorteile der engeren Zusammenarbeit bei Standards und Regelwerken, steigert sich durch die Bündelung von Expertise doch der Gestaltungsspielraum auf internationalem Parkett.

Ein gemeinsamer Datenpool bedingt keinesfalls die Aufgabe der bestehenden Verwaltungsstrukturen, deren lokale Verankerung gerade eine Stärke darstellt. Er kann bereits mit den aktuell bestehenden Systemen umgesetzt werden, ein Systemwechsel ist also keine Grundvoraussetzung. Allerdings ist es zentral, die zugrunde liegenden Metadaten- und Organisationsstrukturen vor der Evaluation eines neuen Bibliotheksverwaltungssystems zu klären, haben die doch durchaus Auswirkungen auf dessen Funktionsumfang. Mit Blick auf das Projekt GEMEVAL der KUB scheint diese Chance aktuell verpasst zu werden. Eine öffentlich und vorbehaltlos geführte Diskussion der zukünftigen Metadatenstruktur tut Not: „Mais vient le moment où la migration s’avère nécessaire, dans un sens positif: l’occasion de repenser le réseau, les fonctions, et de faire un bond en avant.“ (Gavin 1997:72)

[1] So beispielsweise im Abschlussbericht zum MARC Pilotprojekt: „Efficiently designed and implemented technical processing centered about a computer-based data bank should make possible the fuller realization of goals long sought by libraries. Among them are the following: 1. Release of personnel to perform more intellectual tasks. Jobs now neglected for lack of personnel could be accomplished. 2. Economic utilization of a single record to produce a variety of products (…).“ (Avram 1968:85)

[2] Stellvertretend für viele hier aus dem „Bibliothekarischen Grundwissen“: „[Die] Verbundkatalogisierung im Rahmen der Bibliotheksverbünde (...) [bedeutet] eine enorme Arbeitsersparnis (...).“ (Gantert 2008:197)

[3] Eine gute, aktuelle Zusammenfassung bietet der Artikel „Eine Bibliotheksstrategie für die Schweiz?“ von Cornel Dora (Dora 2012).

[4] Vgl. die Webseite zur „Bibliographic Framework Initiative“ für weitere Informationen zum Projekt zur Entwicklung eines MARC-Nachfolgeformats unter Beteiligung der Bibliotheksgemeinschaft und der Systemhersteller http://www.loc.gov/bibframe/ [Stand: 13.09.2013].

[5] Die Anbieter legen dabei Wert auf eine gestaffelte Katalogarchitektur, die bei zentraler Datenhaltung in der Lage ist, neben einem globalen und lokalen Datenpool auch sogenannte Gruppenkataloge bereitstellen zu können – alles in allem keine Neuheit sondern nur die Emulation aktuell umgesetzter Katalogarchitekturen.

[6] Auf die Stellungnahme „Empfehlungen zur Zukunft des bibliothekarischen Verbundsystems in Deutschland“ von 2011 (vgl. Wissenschaftsrat 2011) folgte 2012 eine Ausschreibung, für die im Bereich Verbundarchitektur das Projekt „Cloudbasierte Infrastruktur für Bibliotheksdaten (CIB)“ (vgl. Hessisches Bibliotheksinformationssystem HeBIS et al. 2013) den Zuschlag erhielt. Nicht zum Zug gekommen ist „libOS – Library Operating System“ (vgl. Deutsche Nationalbibliothek et al. 2013).

[7] Leider gibt es praktisch keine öffentlichen Informationen zu diesem Projekt. Am ausführlichsten beschreibt RERO die Natur von GEMEVAL in seinem Mitteilungsblatt: „Le projet GEMEVAL, issu d’une collaboration au niveau suisse et dont le groupe de travail est composé de représentants de la Bibliothèque nationale suisse (BN), d’IDS et de RERO, prévoit de préparer le choix d’un futur SIGB identique auprès de ces 3 partenaires suisses mais qui pourra être décliné à chaque réseau. La prochaine étape prévoit l’élaboration d’un cahier des charges et le lancement d’un appel d’offre.“ (RERO 2013:2)

[8] Gut beschrieben in Barth/Schneider 1995:32f für die Jahre zwischen 1990 und 1995 sowie im Rückblick auch bei Dora 2012:81f.

[9] Vgl. zum Beispiel Gavin 1997:72: „Il n’y a pas, en fait, à l’heure actuelle [sic] d’alternative sérieuse aux grands réseaux: – ni pour le personnel: le catalogage partagé est beaucoup plus efficace que le catalogage dérivé (…) le prêt interbibliothèques et le ‚document delivery‘ sont d’autant plus performants qu’on peut les gérer dans le cadre d’un grand réseau – ni pour le public: un accès global, homogène, au fichier central du réseau offre une palette complète de services (…), ce qui n’est pas le cas avec un métacatalogue.“

[10] Ein schönes Beispiel bieten die KIDS in Kapitel 21.1A (vgl. KIDS 2011/21). Es werden zwei Möglichkeiten für den Einsatz von Namenseintragungen definiert, da man sich innerhalb des IDS nicht über die Verwendung von Haupteintragungen für Personennamen hat einigen können. Dasselbe Werk wird also innerhalb des IDS bei gleichem Regelwerk unterschiedlich erfasst. Eine Gegenüberstellung von USMARC und „SIBIL-MARC“ beziehungsweise von Recherchemöglichkeiten zwischen VTLS und SIBIL zeigt hier stellvertretend die Probleme bei der Wahl eines gemeinsamen Systems (Gavin 1997: 55-57, 64-66).

[11] Es sind dies RERO (eine Installation, ein Datenpool und sechs Teilverbünde), IDS (vier Installationen, fünf Datenpools, sechs Teilverbünde), IDS-Partner (vier Installationen, vier Datenpools, vier Teilverbünde), Schweizerische Nationalbibliothek (eine Installation, ein Datenpool, eine Institution), Bibliotheken Thurgau (eine Installation, ein Datenpool, ein Verbund).

[12] Beispiele für technische Lösungen sind die eigenständig entwickelte RERO-Fernleihe, die virtuelle Gemeinsame Benutzerdatei des IDS, das „Shared User File“ (SUF), oder auch der Metakatalog „swissbib“.

[13] Der IDS-Kurier funktioniert innerhalb der Aleph-Systemlandschaft und ist bei minimaler Systemunterstützung mehrheitlich organisatorisch gelöst. NutzerInnen können aber wegen der getrennten Ausleihsysteme ihre Bestellungen nicht lückenlos nachverfolgen und scheitern oft an der Führung verschiedener Ausleihkonten. Auf rein organisatorischer Ebene angesiedelt ist „bibliopass“, das eine Ausleihkarte für alle Schweizer Bibliotheken bietet.

[14] Eine ausgewogene Darstellung bieten Neubauer 2012, und etwas aktueller, allerdings ohne Erwähnung des e-lib.ch-Projekts „swissbib“, Benitz/Böller 2013.

[15] Bei IDSMARC handelt es sich um ein USMARC-Derivat, mittlerweile angereichert mit MARC21-Elementen. Es enthält Spezialitäten, die sich 1997 in USMARC nicht abbilden liessen, mittlerweile aber mehrheitlich in MARC21 eingeflossen sind. Die Spezialitäten sind eng an das aktuell eingesetzte Bibliotheksverwaltungssystem „Aleph“ gebunden.

[16] Während der IDS mit dem Systemwechsel sowohl Format als auch Regelwerk angepasst hat, passte RERO beim Systemwechsel lediglich das Format an und stellte die Regeln erst Mitte der 2000er-Jahre um.

[17] Dieselben Faktoren erschweren oder verunmöglichen die Nachnutzung internationaler Projekte, da die in Schweizer Verbünden produzierten Metadaten sich nicht eindeutig mit international verfügbaren Daten verknüpfen lassen. Man denke an ungenügend individualisierte oder an lokale Gepflogenheiten angepasste Personennamen, die sich nicht eindeutig mit international verbreiteten Ansetzungen verknüpfen lassen. Oder schlichtweg fehlende Informationselemente oder lokale Felder, die sich nicht eindeutig einem international anerkannten Datenelement zuweisen lassen. (Das IDS-Feld 590 „Fussnote zum vorliegenden Exemplar“ fasst Informationselemente zusammen, die in MARC21 auf drei verschiedene Felder (561, 562, 563) verteilt sind. Dieses Feld kann also nicht ohne Bedeutungsverlust exportiert werden.)

[18] „In einem Folgeprojekt klärten IDS, RERO und NB ebenfalls unter der Leitung der NB (C. Aliverti) wiederum im Auftrag der KUB ab, ob mit einer Harmonisierung der Autoritätsdaten in der Schweiz für eine eventuelle Einführung der RDA ein guter Boden geschaffen werden kann (Projekt AF CH). Dieses Projekt wurde bereits in der Voranalyse gestoppt, weil die Beteiligten unterschiedliche Ziele verfolgten.“ (Aliverti 2012:30)

Literaturverzeichnis

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Tobias Viegener, lic. phil. ist Koordinator und Metadatenspezialist für den Metadatenkatalog „swissbib“ an der Universitätsbibliothek Basel, Schönbeinstrasse 18-20, CH-4056 Basel, Tel.: +41 61 267 13 07, E-Mail: tobias.viegener@unibas.ch