Bibliothek 2.0 pragmatisch - Teilnahme garantiert keine Mitgestaltung

Bernhard Herrlich

Abstract

DOI: 10.12685/027.7-1-1-11

Der durchschlagende Erfolg der sozialen Medien ist hinlänglich bekannt. Die inzwischen mannigfaltigen Möglichkeiten des Austausches im virtuellen Raum kommen im Vergleich zum Web 1.0 einer kommunikativen Befreiung gleich und können als Nachvollzug des „linguistic turn“ im Netz verstanden werden. Kommunikation und mit ihr die Kooperation ist dynamisch und nicht mehr statisch. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die Mitgestaltung der Bibliothek 2.0 durch die Bibliotheks­benutzerinnen und -benutzer. Diese hält sich aber in Grenzen. Den Grund dafür sieht der Autor in der These, dass sich der grundsätzlich unverfängliche Gesprächskontext unter gleichberechtigten Usern durch den Eintritt von Institutionen auf Web 2.0-Plattformen nicht aufrechterhalten lässt, denn die Kommuni­kation zwischen User und Institution ist asymmetrisch. Dennoch ist das Konzept Bibliothek 2.0 nicht am Ende, auch wenn die anfänglich erwartete komplette Umwälzung der Bibliothek sich „lediglich“ als Weiterentwicklung herausstellt. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sind die sozialen Medien als inte­ressanter Informationskanal zu betrachten und nicht zuletzt als Mittel, um die steigende Zahl derjenigen zu erreichen, die ausschliesslich in sozialen Medien anzutreffen sind.

The striking success of social media is well-known. The various communication possibilities in the virtual world have a liberating effect compared to those of web 1.0. They can be seen as a reenactment of the linguistic turn. Communication and thus cooperation are dynamic rather than static. Corres­pondingly, expectations about active cooperation of library users in the library 2.0 were high. I suggest that the reason why these expectations could not be fulfilled is because the spontaneous discourse among equal discussants cannot be maintained when institutions are involved. Communication between users and institutions is asymmetric. Nevertheless, the concept of library 2.0 is not at an end, even if libraries will not be entirely revolutionised. In public relations, for example, social media remain interesting especially to reach those users who increasingly can only be contacted via social media.

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